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Mauerbilder mitten in Berlin von Constantin Graf von Hoensbroech Die "CiceroGalerie für politische Fotografie" präsentiert zu ihrer Eröffnung als Premierenausstellung "The Fence". Gezeigt werden Bilder, die der israelisch-britische Fotograf Yishay Garbasz von der Absperrung zwischen Israel und den Palästinensergebieten gefertigt hat. Politische Fotografie hat in Deutschland erstmals eine eigene Adresse. In der Rosenthaler Straße 38 in Berlin-Mitte wurde durch Kulturstaatsminister Bernd Neumann die "CiceroGalerie für politische Fotographie" mit dem Anspruch eröffnet, das politische Bild als bedeutenden Bestandteil der visuellen Kultur zu würdigen. Präsentiert werden dokumentarische und pressefotografische Arbeiten, die sich mit Themen des aktuellen Zeitgeschehens auseinandersetzen. Die Premierenausstellung mit dem Titel "The Fence" zeigt dementsprechend Fotoarbeiten des britisch-israelischen Fotographen Yishay Garbasz über die Absperranlagen zwischen Israel und den Palästinensergebieten. Mit dem ehrgeizigen Projekt einer eigenen Galerie unter der Verantwortung von Verlagsleiter Martin Paff und mit der WGZ-Bank als Hauptsponsor setzt Cicero, Deutschlands Monatsmagazin für politische Kultur, ein unverwechselbares Signum seines redaktionellen Konzepts auch außerhalb der Redaktionsräume um. Denn der Fotoessay ist seit dem erstmaligen Erscheinen vor zweieinhalb Jahren fester Bestandteil der Publikation. Die emotionale und erzählende Kraft der Fotografie sowie ihr Reportage- und Dokumentationscharakter, der in der Zeitschrift freilich nur begrenzt Platz gegeben werden kann, soll sich in großzügigen Räumlichkeiten der Galerie eindrucksvoll entfalten, Geschichten und Schicksale erzählen und die Betrachter zum Nachdenken und Debattieren einladen. So, wie es bereits mit den Fotos von Garbasz kommuniziert wird. Seine Bilder zeigen keine aus der Tagespresse bekannten und nicht selten inszenierten Szenen aus der Bevölkerung, sondern vermitteln einen unsentimentalen Eindruck des umstrittenen Bauwerks. Durch die großzügige Hängung der Arbeiten werden die Besucher in besonderer Weise angesprochen, sich auf jedes einzelne Bild einzulassen und die verschiedenen ihm innewohnenden offensichtlichen und verdeckten Geschichten zu entdecken. Dabei dokumentieren die Arbeiten des 36-jährigen Fotografen keine Meinungen, und schon gar nicht will er selbst welche vorgeben. Vielmehr überlassen die Fotos das Urteil über die einzelne Bildkomposition dem jeweiligen Betrachter. "Ich möchte, dass sich die Leute ihre eigene Meinung bilden", sagt Garbasz schlicht und prägnant. Dieses Merkmal soll grundsätzlich für die Ausstellungen in der CiceroGalerie gelten. "Die Besucher sollen klüger, gebildeter, fragender die Galerie verlassen", so Cicero-Chefredakteur Wolfram Weimer und ergänzt: "Aber eben nicht in eine bestimmte Richtung gedrängt." Die Galerie sei in diesem Sinne eine offene Einladung in zweifacher Hinsicht: einerseits als Aufforderung an Fotografen, sich auf politische Fotografie einzulassen und ein "wundes Thema der Weltpolitik mit der kritisch-skeptischen Strenge und engeren Würde der Bildkultur einzufangen". Andererseits versteht sie sich als Salon, in dem es möglich ist, sich auf entschleunigte, aber eindrucksvolle Momentaufnahmen der Ereignisse einzulassen, die die Wegmarken des Lebens und der Politik bezeichnen. CiceroGalerie für politische Fotografie, Rosenthaler Straße 38, 10178 Berlin. Geöffnet Dienstag bis Freitag von 12 bis 19 Uhr, samstags von 11 bis 16 Uhr. |
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