| von Wolfram Weimer |
| Die Multi-Kulti-Lüge |
| Cicero-Finis: Das multikulturelle Europa in der Krise!? |
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Der Kampf der Kulturen erreicht selbst die Insel der Seligen: In Holland brennen Moscheen und Kirchen, in Den Haag rückt das Militär gegen Granaten-werfende Islamisten vor, das Klima der Toleranz ist ausgerechnet im tolerantesten Staat Europas gründlich vergiftet. Der Mord an Theo van Gogh markiert nicht nur den Anfang einer neuen Dimension des islamischen Terrorismus. Er belegt zugleich das Ende einer großen Selbstlüge Europas: Sein Multikulturalismus kollabiert. In den Staaten Mitteleuropas hat sich seit den siebziger Jahren eine Haltung breit gemacht, die den inneren Multikulturalismus zum Gesellschaftsziel erkor. Man glaubte, mit vielen Döner-Buden, fleißiger Zuwanderung und der Huldigung von Kanak-Deutsch die alten Nationalinstinkte auszutilgen, die Nazi-Katastrophe sozusagen mental rück-abzuwickeln. Ein Stück Wiedergutmachung durch kulturelle Selbstvernichtung also. Nun schlägt dieser masochistische Zug des Multikulturalismus zurück – was als geistiger Karneval der Kulturen begann, ist inzwischen ein Halloween der Entfremdung. In unseren Großstädten leben Millionen arbeitsloser Muslime in Parallelwelten, die Hassprediger der Moscheen haben Deutungsmacht wie einst Demagogen, und der Rassismus ist zurück in vielen Köpfen. Saudi-Arabien finanziert eine Massen-Bewegung des Anti-Semitismus, und immer neue Terrorzellen denken sich immer üblere Gräueltaten gegen alle Ungläubigen aus. Gerade die Bruchstellen des naiven Multikulturalismus werden von Extremisten angezündet, und sein Feuer breitet sich so rasch aus, weil die kulturelle Integrität der Gesellschaft bereits ausgehöhlt ist. Wer es pragmatisch liebt, wird zugeben: Der Multikulturalismus hat mehr Probleme erzeugt, als dass er welche gelöst hat. Wer es polemisch mag, wird wie Oriana Fallaci oder Leon de Winter rufen: Der Multikulturalismus ist eine Pest. Interessanterweise werden ausgerechnet die liberalen Kosmopoliten Europas – von Josef Joffe über Bernhard Levy bis Alice Schwarzer – zuweilen die schärfsten Kritiker des inneren Multikulturalismus. Dabei lebt ganz Europa von der Idee des äußeren Multikulturalismus. Dieser ist ein rechtsstaatlich verfasster, einer nach traumatischen Erfahrungen gewollter, ein tradierter Multikulturalismus der Vaterländer, nicht des Schmelztiegels, einer, der vom Baltikum bis nach Portugal auf abendländisch-christlichem Boden steht. In diesem Multikulturalismus ergeben sehr unterschiedliche Steine ein großes, schönes Mosaik. Der andere, innerstaatliche Multikulturalismus, der uns aus muslimischen Problemgebieten einen Kulturgewinn vorgaukeln will, der ist ein Stein in sich selbst. Seine dunkle Farbe macht kein Mosaik, sie macht blind. So hat man jahrelang weggeschaut, als moslemischen Frauen mitten in unseren Gesellschaften die Menschenrechte aberkannt wurden, als in Europas Moscheen Mordfantasien gelehrt wurden, als sich in „Kulturvereinen“ muslimische Waffenbruderschaften formierten. Jetzt werden wir zum Opfer unserer eigenen Ohnmacht. Wenn aus dem viel beschworenen „Dialog der Kulturen“ inzwischen ein Monolog des Rassismus geworden ist, sollte man innehalten. Der Amsterdamer Soziologe und sozialdemokratische Vordenker Paul Scheffer warnt davor, dass die Ohnmacht gegenüber der Intoleranz der größte Feind jeder Toleranz zu werden droht. Demokratien müssen streitbar und wehrhaft sein, wenn sie Demokratien bleiben wollen. Für Kulturen gelte das aber auch. Solche Positionen wären von Linken bis vor kurzem undenkbar gewesen. Europas Linke fühlte sich jahrzehntelang mit den islamischen Bewegungen emotional verbunden – man trug Arafat-Tücher, hasste den Schah, huldigte Khomeini und sah selbst im islamistischen Terror noch legitime Züge im Kampf gegen den amerikanischen Kapitalismus. Vorbei. Nicht zuletzt der Mord an van Gogh bewirkt einen Umdenkungsprozess. Und er zwingt Europa, sich seinen Werten, seiner wankenden Identität zu stellen. Wahrscheinlich entdeckt der alte Kontinent dabei seine eigene religiöse Tiefenstruktur wieder neu. Die Zeiten jedenfalls, da wir an Geld oder gar nichts geglaubt haben, als wir postmoderne Identitäts-Patchworker waren, als wir Multikulti als eine Variante von Monopoly betrachteten, gehen zu Ende. |
| Ihre Meinung zu diesem Artikel |
| Leserkommentare |
| Dr. Klaus Beckmann (56751 Plch) | 28.06.2010 |
| Die getroffene Analyse teile ich. Bei unideologischer Betrachtung wird wohl jedermann dem Artikel zustimmen können, wenn er nicht Scheuklappen trägt. Das Schlimme daran ist, dass selbst die sog. bürgerlichen Parteien wider besseren Wissens bei dieser Schicksalsfrage der Nation beschönigen und relativieren und euphemistisch den Islam hier willkommen heißen und trotz zunehmender Parallelgesellschaft mit ihren sozialen Verwerfungen ständig von Bereicherung hinsichtlich der objektiv schlecht integrierten muslimischen Einwanderer sprechen. Dies ist offensichtlich nichts anderes als das Pfeifen im Wald. Die politische Klasse duckt sich mit wenigen Ausnahmen (Herr Sarrazin) in voller Kenntnis der sich auftürmenden Probleme einfach weg. Dies wird angesichts der kommenden Probleme nicht mehr lange in Deutschland und Europa funktionieren. | |
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