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von Alexander Görlach
Beck ist weg!
Der Rücktritt von Kurt Beck kam überraschend. Nun wird Frank-Walter Steinmeier kommissarisch die Parteiführung übernehmen, bis ein Nachfolger gewählt ist. Vorschlagen wird der frisch gebackene Kanzlerkandidat einen Intim-Feind Becks: Franz Müntefering.
Kurt Beck, ehemaliger Parteivorsitzender der SPD
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Cicero-Karikaturen zu Kurt Beck

Lesen Sie auch: Steinmeier muss es werden!

Der Linkstaumel der Sozialdemokratie scheint vorbei. Kurt Beck tritt als Parteivorsitzender zurück und Franz Müntefering wird ihn beerben.

Die Rolle, die Kurt Beck dem zurückgekehrten Müntefering in der Partei angedeihen lassen wollte, wurde zuvor konturlos formuliert: Als elder statesman solle er im Wahlkampf 2009 für die SPD auftreten, sprich ohne offizielle Funktion und ohne Kompetenz. Zusammen mit Helmut Schmidt und Erhard Eppler hätte das eine Troika ergeben, in denen Franz den Jungspund abgegeben hätte.

Mit Müntefering als Parteivorsitzendem und Frank-Walter Steinmeier als Kanzlerkandidat ist die SPD wieder auf einem Kurs, der fernab des status quo ante agendam 2010 liegt, den der linke Flügel der Partei in den vergangenen Monaten propagiert und in der vergangenen Woche noch einmal mit einem Wunschpapier sozialstaatlicher Benedeiungen dokumentiert hat.

Mit dem Rücktritt Becks enden die Monate der quälenden Lähmung für die Partei. Seit der Landtagswahl in Hessen ist der Unmut über den SPD-Chef gewachsen. Dass er Andrea Ypsilanti freie Hand bei der Bildung einer Regierung, ausdrücklich unter Einbezug einer Tolerierung durch die Linke, genehmigte, wurde ihm zum Verhängnis. Mit dem Rückzug Becks ist somit auch klar, dass die Annäherungslinie an die Lafontaine-Partei nicht weiter gefahren wird. Steinmeier und Müntefering werden auf Abgrenzung setzen. Und auf eine vernünftige Moderierung und Weiterentwicklung der Agenda 2010. Anderenfalls verkommt die SPD zum Wasserträger der Linken.

Kurt Beck hat sich aus Kalkül für einen Weg nach links, weg von der Agenda 2010, entschieden. Diesen Kurs schien er mit dem Hamburger Parteitag im vergangenen Herbst endgültig festgelegt und vorgegeben zu haben. Franz Müntefering wurde im Zuge dessen marginalisiert. Nicht mal ein Jahr später ist aus dem Slogan der Parteirechten „Beck muss weg“ ein „Beck ist weg“ geworden.

Mehr über den Autor unter www.a-goerlach.com

Foto: Picture Alliance


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Alexander Görlach
Alexander Görlach leitete von November 2007 bis Juli 2009 das Ressort Online bei Cicero. Heute ist er Herausgeber und Chefredakteur des Magazin The European. Mehr über ihn unter: www.a-goerlach.com


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