Jump to Navigation
Startseite

Magazin Cicero im Februar:
Wie Elitenverachtung die Demokratie gefährdet

Politik am Pranger
  • Magazin
    • Berliner Republik
    • Weltbühne
    • Kapital
    • Salon
    • Themen der Zeit
    • Merkel-Projekt
    • Kolumnen
    • Blogs
  • Mediathek
    • Bilder
    • Videos
    • Karikaturen
    • Titelbilder
  • Bücher
  • Service
    • Impressum
    • Anzeigen/Media
    • Redaktion
    • Autoren
    • Presse
    • Über uns
  • Newsletter
  • Shop
  • Abo

Suchformular


Mein Cicero


Sie sind hier: Startseite > Magazin
 > „Wir sparen, wo wir können“

Weltbühne
Griechischer Protest

„Wir sparen, wo wir können“

von 
Chrissi Wilkens
9. November 2011
picture alliance
Griechen im Nebel – Athen zeigt sich in diesen Tagen des Öfteren tränengasgeschw
Griechen im Nebel – Athen zeigt sich in diesen Tagen des Öfteren tränengasgeschwängert

Die Krise trifft die Griechen am härtesten. Die Armut frisst sich immer tiefer in die griechische Gesellschaft hinein. Die „Neuen Armen“ ziehen als Obdachlose durch die Städte oder plündern Wohnungen. Eine Reportage aus Athen

Seite 1 von 2

Im Zentrum Athens ist es ruhig geworden. Nur ab und zu findet man noch Spuren der wütenden Tage, an denen die Demonstranten die Stadt bevölkerten. Auf der Fassade einer Bank haben sie ein rotes Graffiti mit dem Schriftzug „Keine Rettung mehr! ” hinterlassen; ein Café, das niedergebrannt wurde, ist renoviert, aber leer. Auf dem Syntagma-Platz, direkt vor dem prächtig weißen Parlamentsgebäude, türmen sich die Trümmer alter Marmorwände einstiger Luxushotels.

„Das hier ist der Ort unseres Kampfes”, erzählt Andreas Aristopoulos, der noch einmal auf diesen Platz zurückgekehrt ist. Der 50-Jährige war jahrzehntelang Manager in einem großen griechischen Baukonzern, er verkaufte Türen und Fenster. 2009 wurde Aristopoulos arbeitslos. Die Branche war von der Krise besonders hart getroffen – die Umsätze seines Arbeitgebers schmolzen dahin.

Bildergalerie: Von Gipfel zu Gipfel: Versuche, den Finanzmarkt zu regulieren
  • G20-Gipfel in Pittsburgh 2009
  • Protestler in Toronto 2010
  • Brennende Fahrzeuge Toronto 2010
  • Die Teilnehmer des Gipfels in Toronto 2010
  • BCBS-Tower in Basel
  • Botta-Building in Basel
  • Bankgebäude JPMorgan an der Wallstreet
  • Ratingagentur Moody's
  • Kurskurve an der Frankfurter Börse
  • Deutsche Bank Chef Josef Ackermann
  • Brennendes Euro-Symbol
  • Limousine unter Palmen in Cannes, Filmfestspiele
  • 8.000 Banken, über 50% des Weltvermögens
  • Angetastet - das deutsche Drei-Säulen-Modell
  • Giorgos Papandreou & Jean-Claude Juncker
  • Halb nackter Demonstrant in Nizza, G-20
  • Aktivisten von Attac auf dem G20-Gipfel 2011

Seitdem ging Aristopoulos regelmäßig demonstrieren. Dutzende Male stand er mit seiner Familie und Tausenden Menschen auf dem Syntagma-Platz, um gegen die Sparpolitik von Ex-Premierminister Giorgos Papandreou zu protestieren. Der Kampf wurde zum Alltag: Er atmete Tränengas ein, wurde von Spezialeinheiten der Polizei aufgegriffen.

Am 28. Oktober, dem griechischen Nationalfeiertag, versammelten sich hier Tausende. Sie trugen als Zeichen ihrer Einheit schwarze Bänder am Handgelenk. Am Tag zuvor hatten die Staatenlenker auf dem EU-Gipfel einen Schuldenschnitt in Höhe von 50 Prozent beschlossen. Auch anderswo gingen die Griechen auf die Straße. In Thessaloniki musste erstmals in der Geschichte eine Demonstration abgebrochen werden. Wütende Bürger hatten Staatspräsident Karolos Papoulias als „Verräter“ beschimpft. Nach Meinung vieler Experten war das der Grund, warum Papandreou kurzfristig über ein Referendum nachdachte – dieses aber schon einen Tag später wieder absagte.

Aristopoulos‘ Ziel ist nun erreicht, Papandreou ist weg. Trotzdem setzt er keinerlei Hoffnungen in die neue Regierung der nationalen Einheit. „Es wird nichts anders. Die neue Regierung wird eine noch härtere Politik umsetzen – und das mit der Zustimmung der zwei großen Parteien“, sagt der Ex-Manager und schaut mit hochgezogenen Augenbrauen auf das Parlament.

In der Politik liegen die Nerven blank, doch die Bevölkerung kocht. Umfragen zufolge glauben 78 Prozent der Griechen, dass die Krise noch nicht zu Ende ist – und das Schlimmste noch bevorstehe.  

Die griechische Wirtschaft ist in diesem Jahr bereits um fünf Prozent geschrumpft. Auf den Schaufenstern vieler Geschäfte kleben gelbe Aufkleber. „Enoikiazete“ steht darauf, „zu vermieten“ auf Griechisch. Offiziell sind ein Fünftel der Erwerbsfähigen ohne Job, im kommenden Jahr soll die Arbeitslosigkeit sogar auf 28 Prozent klettern. Jeden Tag gehen Griechenland 740 Arbeitsplätze verloren.

  • 1
  • 2
  • nächste Seite »
Twitter
drucken
merken
in mein Dossier
versenden

zum Ressort
Zu diesem Artikel gibt es
1 Kommentar

Weiterführende Links

Diese Artikel könnten
Sie auch interessieren:

Griechenland-Lüge
130 Milliarden Euro für ein Monument des Scheiterns
von
Eric Bonse
22.02.2012
Ausraster in der Schuldenkrise
Stänkern mit Athen
von
Eric Bonse
18.02.2012
Kurt Biedenkopf im Interview
Lasst den Griechen ihre Würde
Interview mit
Kurt Biedenkopf
16.02.2012
Euro-Rettung
Was sind Griechenlands Versprechen wert?
von
Gerd Höhler, Albrecht Meier
16.02.2012
Vom Ende der Parteienpolitik
(Denk-)Pause für die Demokratie?
von
Udo Di Fabio
15.02.2012


Zu Dossier hinzufügen:
  • Europa
  • Kommentare
  • Detuschland
  • Jochen Thies, Was Hitler wirklich wollte
  • Goetz
  • Goetz
  • afrika
  • afrika
  • Syrien
  • Euro krise
  • familienpolitik
  • familienpolitik
  • familienpolitik
  • familienpolitik
  • familienpolitik
  • filosofia
  • Offenen Demokratie
  • LINKE
  • Vorbereitung_Wahlen
  • Cicero
  • Politik
  • Politik
  • Wirtschaft
  • Grüne
  • Wahlen in D
  • Atomenergie
  • Terror
  • Lesenswert
  • Serina
  • _Wj
  • Papstreise 2011 Deutschland
  • Kapitalismus
  • Kapitalismus
  • Piraten
  • Grüne
  • Grüne
  • Grüne
  • Leben
  • haha
  • Migration
  • Generation 2.0
  • Kunst
  • Kunst
  • Kunst
  • EURO
  • Russland
  • Steuerpolitik
  • Internet-Kultur
  • Wulf
  • Wulf
  • Parteien
  • Parteien
  • Parteien
  • Finanzkrise und Staatsschulden
  • Gesellschaftspolitik
  • Gesellschaftspolitik
  • Gesellschaftspolitik
  • kindle
  • kindle
  • Rechtsradikalismus
  • USA
  • Religion und Tradition
  • Architektur & Bauen
  • Architektur & Bauen
  • Architektur & Bauen
  • Architektur & Bauen
  • Parteien
Neues Dossier anlegen:

homo ignorans

Ein wunderbares Beispiel dafür wie anhaltende Geldsystemignoranz bei denen die NOCH nicht verrecken dafür sorgt dass die Leute massenhaft verrecken. Herzlichen Glückwunsch, meine ignoranten Mitmenschen. Details gibts übrigens hier: http://the-babyshambler.com/2011/10/30/geld-und-geldschopfung/

...niemand hat das Recht sich NICHT mit dieser Thematik auseinanderzusetzen!

  • Antworten
Hannes10.11.2011 | 20:11 Uhr

Ihr Kommentar zu diesem Artikel

Der Inhalt dieses Feldes wird nicht öffentlich zugänglich angezeigt.
  • Meist gelesen
  • Meist kommentiert
24h | letzte Woche | letzter Monat
Präsidentenkür im Internet Wie das Netz den bösen Gauck erfand
Joachim Gauck Ein Präsident für die Eliten
Griechenland-Lüge 130 Milliarden Euro für ein Monument des Scheiterns
Ehrensold verdient Wulff half Deutschland aus der Midlife-Crisis
Ex-Bundespräsident Wie geht es weiter bei Wulffs?
Präsidentenkür im Internet Wie das Netz den bösen Gauck erfand
Maria Kwiatkowsky Tod einer Schauspielerin
Joachim Gauck Deutschland bekommt einen Bürgerpräsidenten
Architektur Wie wir unsere Städte ruiniert haben
Präsidentencasting Bankrotterklärung des Parteienstaates
Präsidentenkür im Internet Wie das Netz den bösen Gauck erfand
Maria Kwiatkowsky Tod einer Schauspielerin
Merkel-Projekt Was macht die Bundeskanzlerin heute?
Sascha Lobo „Die Angst vorm Netz ist nicht völlig unberechtigt“
Europas Zersetzung Die Weichen sind auf Postdemokratie gestellt
24h | letzte Woche | letzter Monat
Präsidentenkür im Internet Wie das Netz den bösen Gauck erfand
Joachim Gauck Deutschland bekommt einen Bürgerpräsidenten
Präsidentencasting Bankrotterklärung des Parteienstaates
Sesselkleber und späte Rücktritte Wer aufsteht, verliert
Diktat statt Wettbewerb Merkels Präsident
Präsidentenkür im Internet Wie das Netz den bösen Gauck erfand
Piraten im Umfragehoch Gespeist vom Frust normaler Bürger
Joachim Gauck Deutschland bekommt einen Bürgerpräsidenten
Boris Palmer antwortet Die Grünen? Liberal, nicht konservativ!
Zwischen Solar-Mafia und Öko-Gewissen Ökostrom für alle!
Michael Naumann zur Kreditaffäre Die Empörung über Wulff ist anmaßend
Die Grünen Nicht liberal, sondern stockkonservativ
Präsidentenkür im Internet Wie das Netz den bösen Gauck erfand
Matussek und die Katholiken „Diese Verblödung war unerträglich“
„Ein Käfig voller Feiglinge“
Anzeige
Berlinale, Bär, Filmfestival, Poster
Dossier

Bärchen, Sternchen, roter Teppich: Die Berlinale

zum Dossier

Thema der Woche

Joachim Gauck wird Bundespräsident
zum Dossier

Die Februar-Ausgabe jetzt am Kiosk

Politik am Pranger
Wie Medienmacht und Elitenverachtung die Demokratie gefährden

Leseprobe
Inhaltsverzeichnis
Hier bestellen

Ist Gauck der bessere Präsident?
Das Cicero-Meinungsbild

Joachim Gauck wird das nächste Staatsoberhaupt werden. Doch kann Gauck Bundespräsident?

Video

Meyers Monolog: Ist der Kapitalismus am Ende?

Video
alle Videos
Dossier

Im Land der Ego-Demokraten: Politik am Pranger

zum Dossier

Frage des Tages

Wie geht es weiter bei Wulffs?
In Kooperation mit dem Tagesspiegel
zur Frage
Bildergalerie

Die Bilder der Wulff-Skandale

Bundespräsident, Nachfolger, Christian Wulff, Kredit-Affäre
zur Bildergalerie
Anzeige
Merkel-
Projekt

Was macht
Angela Merkel heute?
Add to Google

Anzeige

© Cicero 2012
  • Impressum
  • Nutzungsbedigungen
  • Stellenangebote
  • Weitere Titel des Ringier Verlags: Monopol - Magazin für Kunst und Leben